Nicht jeder Hund, der Unterstützung braucht, braucht gleich einen Rollstuhl. Manche Hunde können noch laufen – nur eben nicht (mehr) die ganze Strecke. Genau für diese Fälle gibt es zwei Hilfsmittel, die im Alltag oft unterschätzt werden: den Hundebuggy und den Tragerucksack.
Beide verfolgen das gleiche Prinzip: dein Hund läuft die Strecke, die er laufen kann, und die restliche Zeit wird er getragen oder gefahren. So bleibt er Teil eurer Spaziergänge und Ausflüge, auch wenn Kondition, Gelenke oder eine Erkrankung des Bewegungsapparats Grenzen setzen. Und wenn du mehrere Hunde hast, könnt ihr trotzdem gemeinsame große Runden laufen. Welches der beiden Hilfsmittel passt, hängt vor allem von der Größe deines Hundes und davon ab, ob du selbst tragen kannst bzw. möchtest oder nicht.
Der Hundewagen: sozusagen der Kinderwagen fürs Hundeleben
Ein Hundebuggy funktioniert im Prinzip wie ein Kinderwagen – nur eben auf die Maße und das Gewicht eines Hundes ausgelegt. Er eignet sich für:
- ältere Hunde, die nicht mehr die volle Gassi-Runde schaffen
- Hunde in der Rekonvaleszenz nach OP oder Verletzung
- Hunde mit chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparats, bei denen lange Strecken oder Belastungsspitzen vermieden werden sollen
- Mehrhundehalter, wenn nicht jeder Hund gleich fit ist
Worauf es bei der Auswahl eines Hundebuggys ankommt
- Größe
Der Hund muss bequem und ausgestreckt liegen können – vor allem Rücken-Patienten! Innenraum- und Liegeflächenmaße vor dem Kauf mit dem Hund abgleichen, nicht nur nach den Rasse-Empfehlungen des Herstellers gehen. - Tragkraft
Das maximale Belastungsgewicht des Wagens muss zum Hundegewicht passen, mit Puffer – nicht zu knapp bemessen! Erfahrungsgemäß kommt noch weiteres Gepäck wie Gassitasche, Trinkflasche, zu warm gewordene Jacken/Pullover der Menschen… dazu. - Stoßdämpfung
Für Hunde mit Rückenproblemen (z. B. Bandscheibenvorfall, Spondylose) sind Modelle mit gefederten oder luftbereiften Hinterrädern relevant. Das reduziert Erschütterungen beim Fahren über unebenen Untergrund spürbar, gerade auf Waldwegen oder Kopfsteinpflaster macht das einen Unterschied für die Wirbelsäule. - Vollgummi-/Luftreifen
Vollgummireifen sind wartungsärmer und können unterwegs nicht schlapp machen. Luftreifen bieten alleine schon eine leichte Stoßdämpfung, müssen allerdings auch ab und an wieder aufgepumpt werden und können einen Plattfuß erleiden. Nicht zu unterschätzen: wer öfter Offroad oder auf Schotterwegen unterwegs ist, profitiert von den leiseren Luftreifen. Im Stadtgebiet reichen auch günstigere Vollgummi-Reifen.
Ich fahre selbst den Petstro Silver Wing , das XXL-Modell der Petstro-Serie, ausgelegt bis 55 kg. Ein paar Eckdaten dazu:
- Maße aufgebaut: 105 x 70 x 112 cm, Innenraum 88 x 52 x 69 cm
- eingeklappt: 100 x 60 x 20 cm – passt auch in kleinere Kofferräume
- Luftbereifte, stoßgedämpfte Hinterräder, doppelt schwenkbare Vorderräder aus Vollgummi mit Kugellager
- alle Räder sind schnell und einfach abzumontieren
- 2-Tür-System (Einstieg hinten, Ausstieg vorne): praktisch für ältere oder eingeschränkte Hunde, die nicht wenden müssen
- Feststellbremse, Wagengewicht 16 kg
- den Silver Wing gibt es auch noch in anderen Größen für kleinere und leichtere Hunde!
Schau, wie einfach der Wagen zu handhaben ist
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Der Tragerucksack: nur was für leichtere Hunde
Der Tragerucksack folgt demselben Prinzip, nur trägst du deinen Hund hier direkt am eigenen Körper statt im Wagen zu schieben. Das begrenzt die Zielgruppe naturgemäß auf kleinere, leichtere Hunde. Einen 25-kg-Hund über eine Stunde auf dem Rücken zu tragen, ist für die meisten Menschen schlicht keine Option. Davon abgesehen, gibt es für diese Gewichtsklasse meines Wissens nach auch keinen Rucksack-Hersteller.
Worauf es ankommt
- Größe und Gewicht des Hundes
Genau wie beim Wagen muss der Hund in natürlicher Sitzhaltung, im Optimalfall und für längere Strecken sogar in Liegehaltung im Rucksack Platz haben. Innenraum- und Liegeflächenmaße sollten auch beim Rucksack vor dem Kauf mit dem Hund abgeglichen werden (nicht nur nach den Rasse-Empfehlungen des Herstellers gehen). - Tragkraft
Das maximale Belastungsgewicht des Rucksacks muss zum Hundegewicht passen. - Tragkomfort für dich
Das wird beim Rucksack oft unterschätzt! Wenn du selbst das Gewicht über Stunden trägst, entscheiden Hüftgurt, Brustgurt, breite Schultergurte und ein stabiles Rückenteil darüber, ob das auf Dauer machbar ist oder dir selbst früher oder später der Rücken schmerzt.
Bei den Rucksäcken empfehle ich TARIGS. Ihr MountainRock Backpack zum Beispiel gibt es in vier Größen, gestaffelt nach Traglast:
| Größe | max. Traglast | beispielsweise für |
| Small | 8 kg | Chihuahua, Yorkshire Terrier |
| Medium | 12 kg | Westie, Zwergdackel |
| Large | 16 kg | Basenji, Miniature Bull Terrier |
| XL | 20 kg | Border Collie, Whippet |
Die TARIGS-Rucksäcke haben Hüft- und Brustgurt sowie einen versteiften Rückenbereich mit herausnehmbaren Metallstäben, damit er auch bei Belastung senkrecht bleibt. Das ist der entscheidende Unterschied zu einer einfachen Hundetragetasche und macht ihn über längere Strecken tragbar. TARIGS hat daneben auch rassespezifische Modelle (z. B. für Dackel oder Französische Bulldoggen) sowie den PeakStone Backpack als Trekking-Variante im Programm.
Wagen oder Rucksack – was passt zu wem?
Kurz zusammengefasst:
- Rucksack
kleiner, leichter Hund + Menschen, die tragen möchten und können (z. B. im Gelände, in Bus/Bahn, auf Treppen) - Wagen
größerer oder schwererer Hund, oder ein Mensch, der nicht (dauerhaft) tragen kann oder möchte. Dafür eignet sich der Wagen auch besser für längere Strecken und mehrere Pausen hintereinander.
Beide Hilfsmittel schließen sich gegenseitig nicht aus. Manche Hundemenschen nutzen den Rucksack für den steilen Waldweg oder die Bahn und den Wagen für die lange Uferpromenade oder den Stadtbummel.
Wo bekommst du die Modelle?
Den Petstro Silver Wing (und andere Petstro-Modelle) gibt’s bei Cotonluv. Mit dem Code „VIP3AU5IYS7O“ bekommst du 3% Rabatt.
Die TARIGS Rucksäcke findet ihr direkt bei TARIGS. Für die Größenwahl gibt’s dort auch ein Größenquiz, falls du unsicher bist.

